Unser kleines Nachbarland Luxemburg haben viele gar nicht auf dem Schirm. Dabei begeistert nicht nur Luxemburg-Stadt mit seinem Bockfelsen. Auch das Mullerthal lockt mit herrlichen Landschaften zum Erkunden und Wandern.
Die Pfingsttage fuhren wir in diesem Jahr mal mit der Oma weg. Und weil meine Mutter kurze Wege liebt, entschieden wir uns für Luxemburg, welches von Bonn aus gerade mal zwei Stunden Autofahrt entfernt liegt.
Viele denken bei Luxemburg an günstig tanken und Kaffee kaufen. Oder an die Vielsprachigkeit aufgrund seiner knotenpunktartigen Lage. Dabei hat das kleine Land noch so viel mehr zu bieten! Vor allem Wander- und Naturfreunde kommen hier mit herrlichen Landschaften auf ihre Kosten.
Für die Kids suchten wir einen familienfreundlichen Campingplatz und wurden im Osten des Landes fündig: der Platz hu Birkelt village. Die spannende Burg in Larochette und das wunderschöne Mullerthal versprachen eine perfekte Mischung für Ausflüge. Nur das Wetter wollte am ersten Tag nicht so ganz mitspielen. Aber dann kam wie auf Bestellung die Sonne raus und unsere Jungs planschten im großen Pool auf dem Campingplatz wie im schönsten Sommerurlaub.
Was wir an Pfingsten alles in Luxemburg unternommen haben, das zeige ich euch in diesem Beitrag.

Gut zu wissen
Das kleine Land Luxemburg grenzt an Belgien, Frankreich und Deutschland. 682.000 Einwohner zählt das Großherzogtum, welche Luxemburgisch, Französisch und Deutsch sprechen. Genauso vielfältig wie die Bevölkerung ist das Land selbst: herrliche Naturlandschaften zum Wandern und Radfahren, Burgen und Schlösser für Kulturinteressierte, das UNESCO-Welterbe Luxemburg-Stadt mit Festungsmauern und Museen und schließlich die Mosel, welche zu Weinproben und Schifffahrten einlädt.
Die vielen spannenden Regionen Luxemburgs haben ein großes Angebot für Familien und warten darauf, entdeckt zu werden. Also, fahrt doch mal hin! Als Begleiter für eure Tour empfehle ich euch den DUMONT direkt Reiseführer Luxemburg*. Wanderungen, Winzerdörfer, Luxemburg-Stadt – hier habt ihr einen übersichtlichen Begleiter mit Faltplan und vielen Tipps.
Wie kommt man hin?
Von Bonn bis Larochette sind es gerade mal 185 Kilometer, in Echternach sind wir in nur zwei Stunden. Die Frankfurter brauchen knapp drei Stunden, bis Hamburg und München sind es je an die 600 Kilometer, Berlin liegt ca. 750 Kilometer von der luxemburgischen Grenze entfernt. Für uns NRWler ist Luxemburg wegen der kurzen Distanz ideal für ein Wochenende oder auch einen verlängerten Feiertags-Trip.
Mit dem Zug könnt ihr beispielsweise von Köln mit einem Umstieg in Koblenz bis nach Luxemburg-Stadt fahren. Die Hamburger müssen auch in Köln und Koblenz umsteigen. Von München aus gibt es Anschlusszüge in Stuttgart und Saarbrücken. Im gesamten luxemburgischen Staatsgebiet könnt ihr seit dem 1. März 2020 mit sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln kostenlos fahren, also Bus, Straßenbahn und Zug (außer 1. Klasse).
Der Campingplatz hu Birkelt village
Mit unseren Jungs sind wir ja gerne mal auf einem Campingplatz und auch meine Mutter mag die Camping-Atmosphäre sehr. Bei dieser Reise nach Luxemburg entschieden uns für den Platz hu Birkelt village im Osten des Landes.

Der 5-Sterne-Campingplatz liegt auf einer Anhöhe in der Nähe des pittoresken Örtchens Larochette. Luxemburg-Stadt ist 35 Kilometer entfernt. Der Platz ist riesig und eher ein Feriendorf – 540 Unterkunftseinheiten mit Mobilheimen, Stellplätzen und Glampingzelten. Verschiedene Kategorien, Größen und Preisklassen können gebucht werden. Wir hatten ein hu Stay Smart XL für sechs Personen. Alles war sehr sauber und gut ausgestattet. Einziger Kritikpunkt: Unser Mobilheim lag in einer verkehrsruhigen Zone des Platzes, wo man nicht mit dem Auto reinfahren konnte. Ist ja auch richtig und gut so. Immerhin handelt es sich um einen Familienplatz, da sollen die Kinder ungestört rumlaufen können. Allerdings schüttete es bei unserer Ankunft wie aus Eimern, so dass wir im strömenden Regen unser Gepäck vom Parkplatz bis zum Mobilheim tragen mussten.
Im Zentrum der Anlage findet ihr ein Restaurant, einen Pizza-Takeaway, eine Eistheke, eine Bar und einen kleinen Supermarkt. Das Restaurant haben wir am ersten Abend mal ausprobiert. Eher ein wenig Kantinen-Atmosphäre, das Essen war ok. Wir fanden es für so viele Campinggäste tatsächlich gar nicht so groß. Lecker ist auf jeden Fall die Pizza zum Mitnehmen, die man auch jederzeit in der Bar essen kann, wo es für die Erwachsenen leckere Cocktails gibt.
Auf die Kids warten zwei Spielplätze, ein Indoor-Spielplatz mit Kletterkäfig, ein Bolzplatz und Fahrräder zum Leihen. Außerdem gibt es einen Miniclub und ein kleines Amphitheater, wo bei schönem Wetter Animation für die Kinder geboten wird. Wir kannten das noch von unseren Urlauben in den niederländischen Roompot-Parks und unser Junior anscheinend auch. Denn der sang textsicher alle Lieder mit und hopste fröhlich zwischen den vielen Kindern herum.
Wirklich toll ist der Pool, welcher mit einer gelben Kuppel überzogen ist. Sobald sonniges Wetter ist, wird die Kuppel geöffnet und man hat eine riesige Poollandschaft. Als es bei uns mit einem Mal so warm wurde, sind unsere Jungs auch gleich voller Freude ins Wasser gesprungen. Bei schlechtem Wetter ist der Hallenbereich allerdings nicht sehr groß, es gibt nur eine Sammel-Umkleide und es war bei uns auch sehr voll. Das kann man zur Not als Schlechtwetter-Alternative machen. Schöner ist natürlich der große Pool bei Sonne.
Das Personal war auf dem gesamten Campingplatz sehr freundlich, auch an der Rezeption, als sich bei der Ankunft eine lange Schlange bildete. Insgesamt hat uns die Anlage sehr gut gefallen. Es ist alles da, vor allem für die Kids. Wir würden wieder kommen.
Die Burg Larochette
Larochette gehört zur Gemeinde Fels im Mullerthal. Rund 2.150 Einwohner zählt der kleine Ort. Namensgeber ist die imposante Burg, welche hoch oben auf einem Felsplateau thront. Besiedelt wurde Larochette bereits vermutlich zur Zeit der Kelten, die ersten Gebäude stammen aus dem 11. Jahrhundert.
Der Ort erwies sich als perfekte Basis für Erkundungen – Echternach, das faszinierende Mullerthal oder auch Luxemburg-Stadt liegen in unmittelbarer Nähe.
Wir machten einen kleinen Spaziergang durch den hübschen Ortskern, um im Anschluss die Burg zu besichtigen. Parken könnt ihr gleich vor dem Burggelände. An dem Eingangsbereich zahlt ihr bei einem äußerst netten Mitarbeiter und bekommt Infobroschüren für den Rundgang.
Die Burg Larochette oder auch Burg Fels wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert erbaut. Durch ein Großfeuer im Jahre 1565 wurde sie größtenteils zerstört, so dass überwiegend nur noch Ruinen der Burganlage zu besichtigen sind. 1979 kaufte der Staat Luxemburg sie auf und ließ große Restaurierungen vornehmen. Auch heute noch finden Ausgrabungen auf dem Gelände statt.

Drei Familien haben die Geschichte der Burg geprägt: die Felser, die Homburger und die Chriechinger. Der älteste Teil der Burg ist das Homburger-Haus, welches jedoch dem Großbrand zum Opfer fiel und nicht wieder aufgebaut wurde.
Das Chrichinger-Haus ist das einzige, restaurierte Haus. Hier könnt ihr insgesamt fünf Etagen entdecken. In den Sälen hängen Bilder, wie es früher einmal in der Burg ausgesehen hat, das war sehr eindrucksvoll. Unten lag die Küche und eine Bäckerei. Den großen, geheimnisvollen Brunnen fanden unsere Jungs besonders spannend.
Überall gibt es in den Ruinen etwas zu entdecken! Ehemalige Fenster, Öfen, Tore, hier eine Treppe, da eine Stufe in ein Verlies hinab. Und zwischendurch huschte noch der eine oder andere Gecko über die jahrhundertealten Mauern.
Steile Mauern, alte Steine und ein herrlicher Blick in das Dorf Larochette hinunter – die Burg ist ein Paradies für Familien, kleine Ritter, neugierige Entdecker und alle, die Geschichte lieben.
Ein Ort, der uns sofort verzaubert hat.
- Burg Larochette, Montée du Château, 7622 Larochette
- Täglich 9.00 bis 18.00 Uhr
- Kinder 4 EUR, Erwachsene 7 EUR, bis 6 Jahre frei
- Es werden Ausstellungen und Touren auf dem Burggelände angeboten.

Der Barfußpfad Medernach-Kengert
Dieser Barfußpfad ist wirklich ein Erlebnis für die ganze Familie – und für die Sinne. Denn barfuß geht’s hier über alle möglichen Stationen mitten durch den Wald. Verschiedene Materialien können mit den Füßen erfühlt werden: kleine und größere Steine, Mulch, Sand, Rinde, Tannenzapfen uvm. Also, Schuhe aus und los!
Der Weg ist etwa 750 Meter lang und liegt am Campingplatz Kengert in dem Ort Medernach. Auf dem Campingplatz könnt ihr parken und euch nach dem Rundgang stärken. Unsere Jungs fanden auch den Motorik-Park klasse mit vielen coolen Geräten zum Entdecken, der dem Barfußpfad angeschlossen ist. Nach dem Rundgang kann man sich auf der großen Wiese die Füße waschen.
Mein Tipp: Schaut mal in dem Campingplatz-Shop – die haben richtig schöne Souvenirs und Kühlschrankmagnete aus der Region!
- Barfußwanderweg am Campingplatz Kengert, 7633 Medernach
- Geöffnet von Anfang Mai bis Ende September
- Der Zugang ist kostenlos und barrierefrei.

Wandern im Mullerthal zum Schiessentümpel
Das herrliche Mullerthal wird wegen seiner Waldgebiete auch die „Kleine Luxemburgische Schweiz” genannt. Imposante Sandsteinfelsen, enge Passagen, Schluchten und Höhlen laden zu ausgedehnten Entdeckertouren ein, während verwunschene Bäche an euch vorbei plätschern. Ein wahres Paradies für Wanderer ist der 112 Kilometer lange Mullerthal Trail. Herzstück des Mullerthals ist Echternach.

Dieses Mal schauten wir uns den berühmten Wasserfall Schiessentümpel an. Parken könnt ihr am Mullerthal Parking, gegenüber von der Bushaltestelle (zwischen Mullerthal und der Kreuzung Breidweiler Brücke). Allerdings ist der Platz nicht sehr groß und schnell voll. Ein Stück den Mullerthal Trail entlang geht’s dann etwa 500 Meter zum Schiessentümpel.
Der Weg zum Tümpel ist traumhaft! Durch beeindruckende Sandsteinfelsen und Schluchten hindurch, ein paar Treppen hinauf und immer den rauschenden Bach an der Seite. Unsere Jungs waren total begeistert! Überall konnten sie klettern, kraxeln und zum Wasser hinuntersteigen.
Mein Tipp: Nehmt euch ein Handtuch und etwas zum Essen mit. Am Bach gibt es viele schöne lauschige Plätzchen, die zum Planschen und Picknicken einladen.
Der Schiessentümpel ist ein malerischer Wasserfall an der Schwarzen Ernz. Das Wasser fließt in drei Strömen über eine Felskante in das darunter liegende Becken. Das Besondere ist die Sandsteinbrücke über dem Wasserfall, welche 1879 erbaut wurde. So idyllisch!

Allerdings seid ihr hier nicht allein. Der Schiessentümpel gehört zu den Highlights im Mullerthal und ist ein beliebtes Fotomotiv. Ganz ehrlich – ich habe das nicht hingekriegt, das Wasser „fachmännisch“ zu fotografieren. So wie man das immer auf den schönen Bildern sieht, wenn das Wasser so milchig wirkt. Egal – wir fanden den Anblick trotzdem sehenswert. Denn das ganze Ensemble von Bach, Brücke und Waldflair ist schon sehr besonders.
Der Wasser-Erlebnisspielplatz Heringer-Millen
Unbedingt solltet ihr den Schiessentümel und eure Wanderung auf dem Mullerthal Trail mit einem Besuch auf dem sensationellen Spielplatz bei der Heringer Mühle verbinden – ein Paradies für Kinder. Was für ein toller Spielplatz!

Auf diesem Erlebnisspielplatz schlagen die Herzen von kleinen und großen Kindern höher. Viele, tolle Spielgeräte warten hier auf die Kids: Schaukeln, ein großer Kletterturm, Mikado, Karussell, Trampoline uvm.
Am tollsten aber sind die zahlreichen Wasserstationen, daher empfiehlt sich ein Besuch bei warmen Wetter. Die Kids können hier fluten, stauen, kurbeln, wippen und nach Herzenslust planschen. Unsere Jungs waren total begeistert und wollten gar nicht mehr weg. Wir haben selten so viele verschiedene Wasseranlagen gesehen. Und dazu die grandiose Lage in der Natur. Genügend Sitzmöglichkeiten und Picknickbänke sind auf dem Spielgelände vorhanden.
Ihr könnt direkt an dem Spielplatz auf dem großen Parkplatz kostenlos parken und von hier aus auch zum Schiessentümpel auf dem Mullerthal Trail wandern. Zu der Heringer-Millen gehört eine Brasserie.
- Wasser-Erlebnisspielplatz Heringer-Millen, Rue des Moulins, 6245 Mullerthal
- Parkplätze und Toiletten vorhanden.
- Jederzeit frei zugänglich.
Na, Lust auf das schöne Luxemburg bekommen? Wir definitiv, denn dieses Pfingst-Wochenende hat uns gezeigt, was das kleine Land kann. Nämlich noch viel mehr!

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