Wikinger, Moorleichen, ein imposanter Dom und eine romantische Fischersiedlung wie im Bilderbuch – Schleswig hat ein bedeutendes kulturelles Erbe und für mich eine ganz besondere Bedeutung. Besucht doch einmal meine schöne Heimatstadt!
Schon von Weitem erblickt man den hohen Turm des St.-Petri-Doms, der als Wahrzeichen die Silhouette der Stadt überragt. Schleswig ist die älteste Stadt Schleswig-Holsteins und – meine Geburtsstadt. Und schon deshalb verdient sie besondere Aufmerksamkeit auf meinem Blog.
Ich mag Schleswig. Nicht nur weil ich dort geboren bin, sondern weil es einfach ein wunderschönes, kleines Städtchen mit ganz viel Charme ist. Schleswig hat eine außerordentlich reizvolle Lage an der Schlei, einem Meeresarm der Ostsee. Mit den vielen Segelbooten versprüht die Stadt ein maritimes Flair, die Schlei lädt zum Baden und Wassersport ein.
Untrennbar ist die Geschichte Schleswigs mit den Wikingern verbunden, welche vor über 1.200 Jahren die günstige Lage nutzten und hier das größte Handelszentrum des Nordens errichteten. Schleswig ist aber nicht nur Wikingerstadt, sondern auch eine der wichtigsten Kulturstädte Schleswig-Holsteins. Die Stadt ist reich an Kulturschätzen, Denkmälern und Museen. Sehenswert sind der St. Petri-Dom, die alte Fischersiedlung Holm, der Hafen, das bedeutende Museum Schloss Gottorf, die Wikingersiedlung Haithabu – kommt mit auf eine kleine Entdeckungstour!

Zwei Tage mit mindestens einer Übernachtung solltet ihr euch Zeit nehmen für meine schöne Heimatstadt.
Hinweis: Dieser Beitrag setzt sich aus mehreren Besuchen Schleswigs zusammen und enthält daher auch älteres Fotos. Die neuesten Bilder datieren von unseren Sommerferien an der Schlei im Juli 2025.
Gut zu wissen
Schleswig mit seinen 25.000 Einwohnern liegt in Schleswig-Holstein am Ostseefjord Schlei. Um 804 n. Chr. wurde die Siedlung Sliasthorp erstmals in den fränkischen Reichsannalen erwähnt. Sie bestand als Nebensiedlung zu dem Wikingerort Haithabu, welcher um 770 gegründet wurde und ein bedeutender Handelsplatz war. Die Wikinger begegnen euch in Schleswig auf Schritt und Tritt. Sei es ein Hotel, ein Restaurant, ein Spielplatz oder seit April 2025 auch Ampelmännchen – vieles weist hier auf die mächtigen Nordmänner hin.

Aber nicht nur die Wikinger ließen sich in Schleswig nieder, sondern im 16. Jahrhundert auch die Gottorfer Herzöge. Sie residierten jahrhundertelang in Schleswig und verhalfen der Stadt zu großem Ansehen. Noch heute zeugt das Gottorfer Schloss von dieser glanzvollen Zeit.
Der Deutsch-Dänische Krieg im Jahre 1864 ging aus einem lange schwelenden Konflikt um die Herzogtümer Holstein und Schleswig hervor und beeinflusste viele Generationen. Mein Urgroßvater lebte im Dänischen Gesamtstaat, mein Großvater hatte neben dem deutschen auch einen dänischen Pass.
Schleswig liegt nicht direkt am Meer, sondern an der Schlei, ein schmaler Meeresarm der Ostsee, welcher mit einer Länge von 42 Kilometern von Schleimünde im Osten bis nach Schleswig im Westen verläuft. Die Schlei ist kein Fluss und auch keine Förde, wenn sie auch häufig Fjord oder Ostseefjord genannt wird. Sie hat eine durchschnittliche Tiefe von drei Metern. Die vielen kleinen Hafenanlagen, Bootsanleger und Badestrände verleihen der Stadt einen maritimen Charme.
Wie kommt man hin?
Von Köln/Bonn fahrt ihr an die 580 Kilometer nach Schleswig. Die Münchner fahren ungefähr 900 Kilometer, aus Berlin sind es 500 Kilometer.
Mit dem Zug geht es zunächst nach Hamburg, von dort aus weiter mit dem Regionalzug in 1.30 Stunden nach Schleswig. Wir sind noch vor den Kindern einmal mit der Bahn gefahren und fanden die Fahrt mit nur einem Umstieg sehr angenehm.
Wo kann ich in Schleswig übernachten?
Schleswig hat ein großes Angebot an schönen Unterkünften. Zu empfehlen ist das Bed & Breakfast am Dom, welches ausnahmslos gute Kritiken hat. Möchtet ihr ein Hotelzimmer, schaut doch mal in dem zentral gelegenen Hotel Strandhalle vorbei. Herrlich fanden wir hier das Frühstück auf der Terrasse direkt am Hafen.

Auch ein Häuschen in der historischen Fischersiedlung Holm ist wegen der besonderen Atmosphäre traumhaft schön. Ausgefallen schlafen könnt ihr auf einem Hausboot an der Schlei oder in einer Ferienwohnung im Wikingerturm mit einem tollen Ausblick.
Luxuriöse Unterkünfte sind das Hotel Restaurant Strandleben an der Schlei, das Romantik Hotel Waldschlösschen oder das Gut Royum in Brodersby. Letzteres empfängt Familien mit einem großen Spielplatz und Tieren.
Wir waren während unserer Sommerferien 2025 auf dem Campingplatz Lindaunis und total begeistert. Denn neben den Stellplätzen, einem eigenen kleinen Hafen für Bootsbesitzer und einer Badestelle gibt es hier ein Ferienhaus mit FeWos direkt an der Schlei.
Wo kann ich in Schleswig essen?
Erste Adresse für Fischliebhaber ist die Schleimöwe in der historischen Fischersiedlung Holm. Seit 20 Jahren werden in dem Restaurant Fischköstlichkeiten aus der Region serviert. Leckere Fischbrötchen und andere Gerichte bekommt ihr am Hafen im Zander’s Nordlicht oder in der Burgermeisterin. Hier geht es eher locker und unkompliziert zu. Essen und selbst gebrautes Bier in rustikal-uriger Atmosphäre findet ihr im Luzifer, welches seit 2012 in der ASGAARD-Brauerei untergebracht ist. Wer Lust auf stilechtes Wikingeressen hat, dem sei die Wikingerschänke in Busdorf oder das ODIN’S in Haddeby empfohlen.
Einen ausführlichen Bericht zu unserem Restaurantbesuch in der Wikingerschänke findet ihr in meinem Beitrag zum Wikingermuseum Haithabu.
Der Schleswiger Dom
Ein Rundgang durch Schleswig ist an einem Tag gut zu schaffen. Für die vielen schönen Museen solltet ihr einen weiteren Tag einplanen.
Startet eure Tour durch Schleswig am besten an der Touristinformation im Plessenhof. Das klassizistische Gebäude aus dem Jahre 1798 liegt direkt gegenüber vom Schleswiger Dom. Hier könnt ihr euch mit Material und Infobroschüren eindecken.
Der St.-Petri-Dom ist das bedeutendste mittelalterliche Bauwerk der Stadt. 900 Jahre ist er alt und absolut sehenswert. Man ist regelrecht erstaunt, dass solch ein kleines Städtchen mit einem derart prächtigen Dom aufwarten kann.

Die Baugeschichte des Schleswiger Doms reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück, fertig gestellt wurde er Ende des 13. Jahrhunderts. Die imposante Kirche weist romanische und gotische Bauelemente, aber auch einige aus der Renaissance und dem Barock auf. Der 112 Meter hohe Turm im neugotischen Stil wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts erbaut.
Weltberühmt ist der dreiflügelige, zwölf Meter hohe Bordesholmer Altar mit seinen 392 aus Holz geschnitzten Figuren, welcher im Jahre 1514 von Hans Brüggermann erschaffen wurde. Er wird daher auch als Brüggermann-Altar bezeichnet und gilt als einer der größten erhaltenen Schnitzaltäre Deutschlands. Man ist von den vielen Details einfach nur fasziniert. Während des Zweiten Weltkrieges hatte man ihn abgebaut und eingelagert.

Neben dem Altar beherbergt der Schleswiger Dom zahlreiche weitere Kunstschätze. Ihr könnt an einer Führung teilnehmen, so erfahrt ihr alles Wissenswerte über den Dom und seine jahrhundertealte Geschichte.
- St. Petri-Dom, Süderderdomstraße 4, 24837 Schleswig
- Täglich 9.00 bis 17.00 Uhr, Sonntag 13.30 bis 17.00 Uhr
Im Anschluss solltet ihr durch die zauberhaften alten Gassen flanieren. Hier nehme ich euch mit auf einen kleinen Streifzug durch das Viertel rund um den Dom und die Süderdomstraße.
Nur ein paar Meter vom Dom entfernt befindet sich das Rathaus mit dem Graukloster. In dem Ständesaal des Rathauses brach 1842 der deutsch-dänische Sprachenstreit aus. Ein Franziskaner-Orden errichtete das Kloster, deren graue Kutten dem Gebäude seinen Namen gaben.

Die Alte Apotheke
Wenn ihr Lust auf Kaffee und Kuchen habt, dann solltet ihr in die Alte Apotheke gehen. Sie liegt direkt hinter dem Dom am Rathausmarkt. Nicht nur dass ihr hier fantastische Torten essen könnt – ihr betretet das älteste Haus Schleswigs aus dem Jahre 1517. Über Jahrhunderte lang befand sich hier die ehrwürdige Hofapotheke.
In dem rechten Bereich des Gebäudes findet ihr einen Laden mit richtig schönen Sachen und Kinderbüchern, eine Keramikstube und ganz viel Flair. Frühstücken könnt ihr hier auch (nach Voranmeldung) und es gibt eine Außenterrasse. Das Café hat täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Mein Tipp: Rechts neben der Alten Apotheke könnt ihr durch die schmale Gasse ein tolles Bild vom Schleswiger Dom machen.
Die Fischersiedlung Holm
Der Holm ist einer der ältesten Stadtteile Schleswigs und auch einer der schönsten. Die historische Fischersiedlung ist eine kleine Besonderheit und sollte unbedingt auf eurer Besuchsliste stehen. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass es an dieser Stelle im 11. oder 12. Jahrhundert schon eine Siedlung gab. Wie sooft in der Schleiregion stammt auch hier der Name vom Dänischen. Holm bedeutet kleine Insel, welche bis 1933 vom Festland getrennt und von Wasser umgeben war. Alle Häuser liegen an der Schlei, so dass die Fischer direkt in ihre Boote steigen können.
1650 wurde die Holmer Beliebung gegründet, um sich bei Krieg und Pest gegenseitig zu helfen. Sie existiert bis heute. Nur noch wenige Fischer üben ihren Beruf aus, trotzdem hat der Holm eine besonders romantische Atmosphäre.

Die vielen pittoresken Fischerhäuser stehen im Spalier aufgereiht in der Siedlung und gruppieren sich um den Friedhof mit der kleinen Kapelle von 1876 in der Mitte. Wunderschöne alte Türen, Stockrosen und Lavendel prägen das Bild. Ein Spaziergang über den Holm ist wie eine Zeitreise.
St.-Johannis-Kloster und Bibelgarten
Ein kleines verstecktes Paradies in Schleswig ist das St.-Johannis-Kloster mit dem Bibelgarten und dem Skulpturenpark am nördlichen Ufer der Schlei.
Das Kloster wurde um 1200 als Benediktinerinnenkloster gegründet und ist eine der besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen in Schleswig-Holstein. Seit 2003 kümmert sich ein gemeinnütziger Verein um den Erhalt der Klosteranlage. Schaut euch den schönen Bibelgarten mit den vielen Kräutern an. Die Pflanzen sind nach Vorbild der Bibeltexte und der christlichen Tradition gepflanzt. In dem großen Garten findet ihr Steinskulpturen, welche Propheten und Tiere aus der Bibel darstellen.
Es ist vor allem die friedliche Ruhe, die begeistert. Ein Ort der Stille und des Innehaltens. Auf dem Friedhof liegt der Komponist des Schleswig-Holstein-Liedes Carl Gottlieb Bellmann begraben. Taucht ein in diese kleine Idylle nahe der Holmer Fischersiedlung!
- St.-Johannis-Kloster, Am St. Johanniskloster 14, 24837 Schleswig
- Die Klosteranlage ist frei zugänglich. Das Kloster selbst kann nur im Rahmen von Führungen besucht werden. Kontakt über Juliane Eben 0151/41341146
Der Schleswiger Hafen
Vom Holm ein paar Schritte weiter gelangt ihr zum Schleswiger Hafen. Es ist ein kleiner Hafen mit Segel- und Ausflugsschiffen. Schön sind hier die beiden Hafenlokale, wo man ein Fischbrötchen mit Blick auf Hafen und Schlei in ungezwungener Atmosphäre genießen kann.

Überragt wird der Hafen und die Schlei vom Wikingerturm, ein achteckiges Gebäude von 90 Metern Höhe mit Appartements. In den 70er Jahren errichtet, löste der Bau große Kritik in der Bevölkerung aus und wurde zur teuren Bauruine sowie zum Problembau. Heute sieht man den Wikingerturm im Vorspann von einigen TV-Serien, z.B. „Unter anderen Umständen“.
Stadtpark Königswiesen
Wenn ihr Lust und Zeit auf einen kleinen Spaziergang habt, dann steuert doch die Königswiesen westlich der Altstadt an. Der 16 Hektar große Stadtpark lädt mit einem Schleikanal, einem Aussichtsturm, dem Wikinger-Spielplatz, einer Open-Air-Bühne, einer Badestelle und grünen Wiesen zu einer kleinen Auszeit ein.
Die Königswiesen wurden für die Landesgartenschau 2008 landschaftsarchitektonisch neu gestaltet. In dem Jahr war ich mit meiner Mutter in Schleswig.
Schloss Gottorf
Schleswig wurde durch die Gottorfer Herzöge im 16. und 17. Jahrhundert zum kulturellen Zentrum Nordeuropas. Noch heute zeugen die vielen Museen von der reichen Kulturgeschichte. Das Wikingermuseum Haithabu, das Stadtmuseum mit dem Teddy Bär Haus und natürlich das bedeutende Schloss Gottorf laden zu interessanten Ausstellungen ein.
Im Schloss Gottorf, die ehemalige prachtvolle Residenz der Gottorfer Herzöge, ist seit 1947 ein Museum untergebracht. Und nicht nur irgendeins, sondern das Schleswig-Holsteinische Landesmuseum.
Ihr findet hier erstklassige Sammlungen zur Geschichte, Archäologie und Kunst Schleswig-Holsteins. Berühmt ist das Museum für seine Moorleichen, welche ich schon als Kind ehrfürchtig bestaunt habe. Sehenswert ist auch das Nydam-Boot, Nordeuropas ältestes, klinkergebautes Boot, das 1863 im Moor entdeckt wurde. Außerdem solltet ihr euch den Gottorfer Globus ansehen, ein Nachbau des astronomischen Wunderwerks aus dem 17. Jahrhundert im schönen Barockgarten des Schlosses. Neben der Dauerausstellung in dem Schloss werden immer wieder interessante und bedeutende Wechselausstellungen angeboten.
Hinweis: Am 31. August 2025 schließt das Museum Schloss Gottorf wegen umfassender Sanierungsmaßnahmen für mindestens zwei Jahre. Die Museumsinsel mit dem Nydamboot oder mit der derzeitigen Ausstellung „Wikingerdämmerung” (bis November 2025) bleibt aber geöffnet.

Wikingermuseum Haithabu
Schleswig gehörte vor über 1.200 Jahren zu den bedeutendsten Wikingersiedlungen. Zum Schutz vor Angriffen hatte man die Siedlung mit einem Ringwall befestigt, welcher heute noch gut zu erkennen ist. Seit 2018 gehört die ehemalige Wikingersiedlung zum UNESCO Weltkulturerbe.
Das Wikinger Museum Haithabu ist seit über 30 Jahren für die Öffentlichkeit zugänglich und eines der bedeutendsten archäologischen Museen Deutschlands. Es wurde genau an der Stelle der ehemaligen Wikingersiedlung errichtet, auf der gegenüberliegenden Seite der Schleswiger Innenstadt. In der Schiffshalle wird ein Kriegsschiff gezeigt, welches 1979 geborgen wurde. Etwa 15 Minuten zu Fuß entfernt könnt ihr original getreu rekonstruierte Wikingerhäuser an der Schlei besichtigen.
Einen ausführlichen Bericht über unseren Besuch des Wikingermuseums Haithabu findet ihr hier.
St. Andreas Kirche in Haddeby
Wenn ihr noch ein paar Minuten Zeit habt, huscht doch schnell in die kleine, wunderschöne St. Andreas Kirche in Haddeby, gleich neben dem Parkplatz des Wikingermuseums. Diese noch ursprünglich spätromanische Kirche wurde im Jahre 1200 aus Feldsteinen errichtet und ist – meine Taufkirche, wo auch meine Eltern getraut wurden. Der schlichte Kirchenraum mit einer Holzbalkendecke und einigen Kunstschätzen lohnt einen Besuch.
Na, Lust auf das schöne Schleswig bekommen? Vielleicht sucht ihr bei eurer nächsten Tour in die skandinavischen Länder nach einem Zwischenstopp oder ihr seid in Schleswig-Holstein unterwegs. Dann denkt doch einmal an meine hübsche Heimatstadt und stattet Schleswig einen Besuch ab.
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